Es wäre nicht zielführend nun diesen Gastkommentar anhand statistischer Daten zu formulieren und das Substantiv Rekord ständig in den Vordergrund zu setzen. Bei statistischen Daten dürfen nicht nur Fragmente herausgenommen werden und oberflächlich interpretiert werden, sondern lediglich eine gesamte Darstellung ist aussagekräftig und real.
Lehnen wir uns in erster Linie an die ständigen Anforderungen, denen sämtliche Touristiker in der Region ausgesetzt sind. Der Markt verlangt eine ständige Entwicklung von Angeboten, und freien Zimmerkapazitäten, die gut kommuniziert und vertrieben werden müssen.
Außerdem kommt dazu, dass die Gäste die Urlaubsentscheidung immer kurzfristiger treffen und dass die Aufenthaltsdauer ebenso kürzer wird. Dies ist kein Grund zum Jammern, sondern auf diese Bedürfnisse der Nachfrage zu reagieren.
In den vergangenen Jahren haben wir es geschafft, neben einer bestimmten Bekanntheit auch eine besondere Begehrlichkeit zu erzeugen. Diesen Stellenwert müssen wir nun konsequent weiterführen und dürfen uns nicht vom spontanen Aktionismus ablenken lassen.
Unsere Destination hat große Chancen im Alpentourismus seine Rolle gut zu besetzen, denn die Trends liegen in der Sinn- und Erlebnisorientierung, der Gesundheitswelle, der leichten Erreichbarkeit und naturnahen Angeboten. Ich begrüße es, dass sich ein Skigebiet als „Freizeitberg“ etabliert und ein Ganzjahreskonzept ausgearbeitet hat. Dies ist der richtige Weg für kundenorientiertes Marketing.
Nennenswert ist auf der Angebotsseite die Kooperation mit der Land- und Forstwirtschaft zur Umsetzung gemeinschaftlicher Projekte wie beispielsweise Themenwege und die synergetische Wirkung unserer landwirtschaftlichen Produkte. Hier wird die Glaubwürdikeit der Destination durch gesunde Milchprodukte kommuniziert und der „Berg“ verliert die saisonale Bindung.
Meine Kernaussage, dass sich das Südtiroler Wipptal von einer noch stark saisonalen zu einer Ganzjahresdestination entwickeln soll, liegt auf der Hand. Die Voraussetzungen für diese notwendige Entwicklung sind vorhanden und werden von einigen Leitbetrieben auch erfolgreich bespielt. An Infrastrukturen mangelt es nicht und in den vergangenen Jahren haben einige Gastbetriebe ihre Rolle als Leitbetriebe wahrgenommen. Ich betone, dass diese Rolle nicht mit millionenschweren Investitionen verbunden sein muss, sondern die Qualitätsmerkmale auch in Bemühungen rund um den Service liegen. Ich erlaube mir hier die Aktion der „Tourcard“ besonders hervorzuheben, in der eine enorme Chance zur Steigerung der Wertschöpfung liegt. Der Gast sieht in erster Linie das Angebot und schätzt den Mehrwert, den er auf einfache Weise konsumieren kann.
Kluge und weitsichtige Touristiker inkludieren sämtliche Angebote der Tourcard in den Pensionspreis und bieten die „Emotion-Erlebnis“ für einen klaren, transparenten Preis an. Dem Gast wird auf diese Weise auch die Verfügbarkeit sämtlicher touristischer Infrastrukturen mitgeteilt, die er nutzen kann.
Diese Entwicklungen schaffen Nachhaltigkeit und müssen in Zukunft mit weiteren wichtigen Aufgaben verbunden werden. Zu diesen Aufgaben zählen die verstärkte Erreichbarkeit mit der Eisenbahn und Flugverbindungen und der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs rund um Sterzing. Erst nachdem in dieser Hinsicht Lösungen gefunden werden, ist die Region bereit sich dem Wettbewerb internationaler Mitbewerber zu stellen.
Peter Righi
Geschäftsführer des Tourismusverbandes Eisacktal
Donnerstag, 14. August 2008
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